Dollnstein(be). Für das
„1. Dollnsteiner Burgfest“, das am kommenden Sonntag, 11. Juli über die
Bühne gehen soll, haben sich die „Burgfreunde Dollnstein“ viel einfallen
lassen. Schon der Ort, an dem das Fest stattfinden soll – der „Greinerhof“
zu Füßen der Burg - ist für die Dollnsteiner als Festplatz neu. Die
Burgfreunde haben ihn bewusst als Festplatz ausgewählt, weil er direkt an
der Wehrmauer der Burg liegt und ihn hergerichtet, um für das Ereignis
einen passenden Rahmen zu schaffen, wobei die Besucher freilich bei großem
Andrang auch auf dem angrenzenden Marktplatz untergebracht werden können.
Auch sonst wartet das
Fest mit einigen Besonderheiten auf. So wurden eigens für diesen Tag der
„Dollnsteiner Burggeist“, eine Zwetschgenwasser, und der „Dollnsteiner
Marktfrauentrunk“, ein Zwetschgenbrandy, kreiert. Angeboten werden sie
nicht nur als Stamperl, sondern auch in der 0,2- und
0.7-Literflasche – geeignet auch als originelles und besonderes Geschenk
für Freunde und Gäste. Helmut Baumann hat für die „Burgfreunde“ nach der
Zeichnung des Zimmerermeisters Joseph Ruf von 1835 ein Ölgemälde der
ehemaligen Burg erstellt. Es zeigt den einst hoch aufragenden Bau mit
Bergfried, Palas und Kemenate von Westen - eine im Vergleich zu bisherigen
Ansichten besonders interessante Perspektive. Der Verein hat von diesem
Gemälde anspruchsvolle Grußkarten drucken lassen und wird sie auf dem Fest
zum Kauf anbieten.
Einen besonderen Beitrag
zum Fest leistet auch die Volksschule Dollnstein. Der
Internet-Arbeitskreis der Schule hat eine Powerpoint – Präsentation über
die Geschichte der Burg erstellt, die am Nachmittag im Saal des Rathauses
mehrere Male vorgeführt wird. Auf einer CD-ROM wird sie von den Schülern
zu einem Anerkennungspreis auch zum Kauf angeboten. Parallel dazu werden
im Rathaus auch die Zeichnungen ausgestellt, welche die Schüler der 5. und
6. Klasse im Kunstunterricht unter der Anleitung von Helmut Baumann mit
großem künstlerischem Einfühlungsvermögen gefertigt haben. Auch diese
Bilder sind auf die CD-ROM gebrannt.
Um 15 Uhr werden die
Kinder mit den besten Arbeiten dieses Malwettbewerbs bekannt gegeben und
vom Vorsitzenden des Vereins, Hugo Bittlmayer, und von Rektor Alfred
Griesbeck mit einem Preis bedacht. Anschließend bereichert der
Dollnsteiner Kinderchor „Jericho“ das Fest mit einigen Liedern. Auch sonst
ist für musikalische Umrahmung gesorgt. Der Dollnsteiner Liederkranz tritt
am 16 Uhr mit einem kleinen Chorkonzert auf, und tagsüber unterhalten die
„Spielleut´ auf der Schanz“ und das Eichstätter „Brasstett“ die Besucher.
„Marktaufseher“ Erich A. Bittl führt durch das Programm.
Für die Kinder ist ein
umfangreiches Spielangebot vorgesehen. Neben dem Festplatz können sie sich
an überlieferten Spielen wie Hufeisenwerfen, Sockeln, Ringelstechen,
Galgenkegeln vergnügen, an einem Burgpuzzle beteiligen oder auch die alte
Technik des Filzens erlernen. Für die Erwachsenen werden die alten
Handwerkstechniken Spinnen und Drechseln vorgeführt.
Natürlich soll auch das
eigentliche Anliegen des Vereins Burgfreunde an diesem Tag zur Geltung
kommen, der Bevölkerung den Wert und die Bedeutung der noch erhaltenen
Gebäude der Vorburg aufzuzeigen und auf breiter Ebene Akzeptanz für die
angestrebten Renovierungsmaßnahmen zu schaffen. Deshalb stehen Führungen
im Burghof ebenso auf dem Programm wie Führungen durch den historischen
Ortskern.
Das „Markenzeichen“
Dollnsteins ist die Gruppe der „Marktfrauen“, die im Parzival des Wolfram
von Eschenbach erwähnt sind. Welcher Ort der Umgebung kann sich schon so
einer Ehre rühmen? Natürlich dürfen sie deshalb auch auf dem Burgfest
nicht fehlen, sondern sind dessen „Herz“. Sie bereiten und servieren ein
reichhaltiges Angebot an deftigen Speisen. Neben den Weißwürsten zum
Frühschoppen gibt es etwa Wildschweinpfanne, Krustenbraten, Steaks und
Grillwürste zum Mittagessen, selbst gebackenen Kuchen zum Kaffee und
allerlei Brotzeiten am späten Nachmittag und Abend, und das alles zu
zivilen Preisen.
Es versteht sich von
selbst, dass der Reinerlös des Festes voll für die Sanierung der Burg
Verwendung findet, um den Finanzierungsanteil der Gemeinde so niedrig wie
möglich zu halten.
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